walking stöcke

Die Sportart des Nordic Walking hat seine Ursprünge in den 1930er Jahren, damals schon wurde diese Ausdauersportart, bekannt unter dem Namen Stocklauf, von Skilangläufern im Sommer ausgeführt. Dies diente zur Verbesserung der Kondition, die Sportler konnten so, wenn der Winter kam, in einer höheren Trainingsintensität einsteigen. Nordic Walking kann man so beschreiben: Das Gehen wird durch den Einsatz von Stöcken im Rhythmus der Schritte unterstützt. Die erste deutsche Nordic Walking Meisterschaft fand 2010 in Oberschwaben statt. Es war dies ein Halbmarathon mit 194 Teilnehmern. Am 8. Oktober 2011 ist die zweite deutsche Meisterschaft geplant.

Tom Rutlin gilt als der Erfinder der modernen Stöcke, diese haben Gummipuffer an den Enden zur Abfederung des Aufschlages und bestehen entweder aus Aluminium oder auf Glasfaser. Wenn die Stöcke richtig eingesetzt werden, kann damit ein etwa 5% höherer Sauerstoffverbrauch erzielt werden als beim Marschieren ohne Oberkörperbewegungen. Der Bewegungsablauf ist zyklisch. Die linke Ferse hat immer dann Bodenkontakt, wenn der rechte Stock aufsetzt und umgekehrt, die Stöcke werden dicht am Körper gehalten und schräg nach hinten gesetzt. Es ist auch darauf zu achten, dass die Stöcke die korrekte Länge haben, ein zu langer oder zu kurzer Stock ist eher hinderlich für ein effektives Laufen. Ein Stock sollte immer 2/3 der Körpergröße messen. Mittlerweile gibt es Teleskopstöcke, die man sehr genau einstellen kann. Auch sollte der Walking-Schuh im Fersenbereich stärker abgerundet sein als ein Jogging-Schuh.

Die ersten modernen Stöcke für Nordic Walking wurden 1988 in den USA eingeführt. 1992 wurde diese Sportart als Pole Walking propagiert, es war dies ähnlich wie in der 1930er Jahren eine Trainingsform für Skiläufer im Sommer. Studienergebnisse waren sehr positiv, leider ebbte das Interesse wieder ab, weil der Stock an sich eher einem modifizierten Skistock glich und auch die allgemeine Technik nicht weiterentwickelt wurde. Erst 1997 wurde erneut ein Stock vorgestellt, von Marko Kantaneva, dieser hatte als Diplomarbeit die Sportart des Nordic Walking vorgestellt und in Zusammenarbeit mit der Firma Exel gewann er den Messepreis der neuen Erfindungen 1997. Dies erlangte soviel Presseaufmerksamkeit, dass der Verkauf der Stöcke 1998 rasant anstieg. Es wurden Verbände und Vereine gegründet, und seitdem kann man vielerorts Nordic Walkern begegnen. Allein in Deutschland sind circa 2 Millionen Menschen an dieser Sportart beteiligt. Es ist zwar ein Mythos, dass beim Nordic Walking die Gelenke entlastet werden, Studien belegen dies, aber der Trainingseffekt macht das wieder wett. Allerdings ist die Entlastung gegenüber dem Joggen deutlich messbar, und wer keine ganz gesunden Knie- oder Hüftgelenke hat, für den ist Nordic Walking als Sportart durchaus zu empfehlen. Als einer der positivsten Effekte des Nordic Walking ist die Bewegung des ganzen Körpers zu erwähnen, der Muskelaufbau des Oberkörpers ist messbar, und die weit ausholenden, rhythmischen Schritte. Außerdem ist Nordic Walking durchaus eine Sportart, die in der Gruppe mehr Spaß macht. Solange man sich beim Walken noch gut unterhalten kann, ist alles bestens. Wird man so kurzatmig, dass keine Unterhaltung mehr möglich ist, dann ist eine Pause angebracht.

© robgooch – Fotolia.com

 


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